Die DDR-Planwirtschaft: Eine Volkswirtschaft zwischen Ideologie und Handlungszwängen

„Planwirtschaft“ – „Verhältnisse wie in der DDR“: Diese politischen Schlagworte erster Klasse kennt jeder. Ihr häufigster Zweck heute: Wirtschaftspolitische Eingriffe des Staats kritisieren und diskreditieren. Aber selten treffen solche Schlagworte in den alltäglichen Auseinandersetzungen der Tagespolitik zu, denn eine Marktwirtschaft verwandelt sich nicht plötzlich in eine Planwirtschaft, wenn der Staat in die Wirtschaft eingreift, und staatliche Eingriffe müssen nicht zwangsläufig planwirtschaftlichen Charakter besitzen.
Was aber war diese Planwirtschaft der DDR überhaupt? Inwiefern unterschied sie sich von marktwirtschaftlichen Mechanismen? Welche Rolle spielte die kommunistische Ideologie auf der einen und die ökonomischen Handlungszwänge auf der anderen Seite? Nur wer die DDR-Planwirtschaft versteht, begreift die politische Geschichte der DDR und die bis heute spürbaren wirtschaftlichen Folgen in Ostdeutschland.

Joseph Goebbels – Der Meister der Propaganda als Mensch

Der Einpeitscher, der Verführer der Massen, der Meister der Propaganda. Wenn es um Joseph Goebbels geht, dann spricht man von ihm meistens als Propagandaminister, oft als Propagandaleiter, manchmal als Gauleiter.
Ihn als Mensch zu betrachten, fällt aber häufig hinten über. Dabei war gerade Goebbels ein Mensch mit allen Schattierungen: Kulturliebhaber, Familienmensch, Schürzenjäger, Idealist, Intellektueller, depressiver Einzelgänger. Der Beitrag soll sich Goebbels’ Denken und Fühlen als Mensch widmen und ordnet es in sein Handeln als Politiker ein. Dabei wird deutlich: Goebbels war nicht nur Politiker, er war ein Mensch aller Facetten.

Gauleiter im NSDAP-Staat: Die „Führer der Provinz“

Die „eigentliche Frontarbeit der Partei liegt in den Gauen. Er hasse die Gleichheit; jeder Gau solle – je nach der Persönlichkeit seines Führers und den besonderen Problemen der Bevölkerung – ein eigenes Gesicht haben.“ So erinnerte sich der Gauleiter Rudolf Jordan an ein Gespräch mit seinem „Führer“ Adolf Hitler über den Aufgabenbereich seiner Gauleiter.

Und in der Tat hat die Forschung die Individualität und Heterogenität der Gauleiter und Gaue nachweisen können. Hitler stellte aber nicht nur Anforderungen an seine „Führer der Provinz“ – er gab ihnen auch die Möglichkeit zur Aufgabenerfüllung an die Hand. Die Machtfülle der Gauleiter ist deshalb ein zentrales Merkmal des Nationalsozialismus. Nur wer die Gauleiter ins Große Ganze einordnen kann, ist auch in der Lage, das Funktionieren des Nationalsozialismus zu verstehen.

Daniel Ellsberg und die Pentagon Papers: Der Urvater der Whistleblower

Dieser Beitrag befasst sich mit einem Menschen, der im Jahr 2016 den Dresdner Friedenspreis für seine Rolle als „Urvater der Whistleblower“ erhalten hat: Daniel Ellsberg. Der heute (Stand: April 2021) 90-Jährige hat im Jahre 1971 Lügen der amerikanischen Regierung hinsichtlich des Vietnamkriegs enthüllt, indem er geheime Kriegsdokumente der Presse zukommen ließ.

Wir beschäftigen uns mit Ellsbergs Enthüllungen und den damit verbundenen Konsequenzen für Amerika, die Pressefreiheit und ihn selbst. So stellen wir unseren Lesern einen Whistleblower vor, der in den USA Geschichte geschrieben hat, aber hierzulande nicht besonders bekannt ist. Warum musste er, anders als die Menschen hinter den WikiLeaks-Enthüllungen oder Edward Snowden, weder ins Exil, noch ins Gefängnis, und was macht Daniel Ellsberg heute?

Interview mit Sven Felix Kellerhoff zum Thema „Hitlers Macht und Führerkult“

Auf welchen Bausteinen der Führerkult fußte, inwiefern Adolf Hitler von seinen Smalltalk-Fähigkeiten profitierte und ob man Hitler mit Donald Trump vergleichen darf?
Sven Felix Kellerhoff, leitender Redakteur für Zeit- und Kulturgeschichte bei der WELT, beantwortet diese und andere spannende Fragen rund um den „Führerkult“ und Hitlers Macht im Dritten Reich … 

„Abstimmung mit den Füßen“ – Die Ausreisewelle der 80er Jahre und Flucht aus der DDR

Im Verlauf der Geschichte der DDR verstärkte sich das Bedürfnis vieler Bürger den SED-Staat zu verlassen und in die Bundesrepublik über zu siedeln immer weiter. So verließen in den Jahren von 1949 bis 1989 insgesamt 3,5 Mio Menschen (von 17 Millionen Bürgern) die DDR. Die Gründe für die massive Fluchtbewegung bis zum Bau der Berliner Mauer und die in den 1980er Jahren stark anwachsende Ausreisewelle waren vielfältig. Den Hintergrund bildete v. a. die Unzufriedenheit über mangelnden Lebensstandard, fehlende Reisefreiheit und politische Repression.

Spiegel-Affäre 1962 – Ein Polikskandal verändert Deutschlands Zivilgesellschaft

1962 hielt die „Spiegel-Affäre” Deutschlands kritische Öffentlichkeit für Wochen in Atem. Die Affäre kann dabei als Zäsur in der politischen Geschichte der Bundesrepublik bezeichnet werden. Sie ist ein deutliches Indiz, für ein verändertes Verhältnis der Öffentlichkeit zur Demokratie. Die Zivilgesellschaft wurde selbstbewusster, weniger obrigkeitshörig und kritischer. Doch wie war es dazu gekommen? Lesen Sie auf Geschichte-Lernen.net über die Vorgänge, Vorgeschichte und Hintergründe der Affäre, die in einer Rücktrittswelle von Politikern enden sollte.

Robert Koch – Menschenexperimente unter der Sonne Afrikas?

Im Jahr 1905 erhielt Robert Koch für seine Entdeckung des Tuberkulosebakteriums den Medizin-Nobelpreis. Heute, im Jahr 2020, gehört das nach ihm benannte Forschungsinstitut zu den wichtigsten und am häufigsten zitierten im Zuge der Coronakrise.

An dem ehrgeizigen Wissenschaftler Robert Koch zeigt sich jedoch auch, dass Irren menschlich ist: Sein Heilmittel gegen Tuberkulose, das sogenannte „Tuberkulin“, konnte keine Erfolge erzielen. In Afrika therapierte er später Malariakranke mit einem Medikament, welches mit starken Nebenwirkungen einherging. Zum Teil erblindeten Patienten sogar. Das Robert Koch-Institut selbst bezeichnet seine letzte Forschungsreise daher auch als „das dunkelste Kapitel seiner Laufbahn“. Kritiker werfen ihm vor, Grenzen überschritten zu haben, da er die Wissenschaft vor Menschenleben gesetzt hätte. Zum Teil gibt es sogar aktuell Stimmen, die eine Umbenennung des Instituts fordern – zu Recht? Wer war Robert Koch?

H. Schelsky und die nivellierte Mittelstandsgesellschaft – Definition, These, Kritik & Modifizierung

Der wirtschaftliche Aufschwung nach Gründung der Bundesrepublik ließ die Konsum-Möglichkeiten in allen Bereichen des materiellen Lebens schnell und dauerhaft zunehmen – ein zentrales Erlebnis aller Gesellschaftsschichten. Lebensstandard und materieller Wohlstand stiegen spürbar an. Schelsky – ein bedeutender Soziologe der Nachrkriegszeit – leitete daraus die „nivellierte Mittelstandsgesellschaft“ ab, die weitgehende Egalisierung der Gesellschafts-Schichten. Bald sah sich Schelsky massiver Kritik ausgesetzt und musste seine These modifizieren.

Fritz Bauer – die Biografie eines aufrechten Deutschen

Auschwitz ist heute ein Symbol für den Holocaust, den Massenmord an Millionen Europäischer Juden sowie verschiedenen Minderheiten geworden. Dass Auschwitz heute so bekannt und der Holocaust tief im Bewusstsein der Menschen verankert ist, verdankt die Welt zu einem beachtlichen Teil dem Juristen Fritz Bauer. Er setzte sich stark für die juristische Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen ein, sorgte dafür, dass das Landgericht Frankfurt am Main die Zuständigkeit für die im Konzentrationslager Auschwitz begangenen Verbrechen erhielt und war als hessischer Generalstaatsanwalt an den berühmten Auschwitz-Prozessen unmittelbar beteiligt. Doch wer war der Mensch Fritz Bauer? Was trieb ihn an in seinen unermüdlichen Bestrebungen? Und was hielt die zeitgenössische Justiz von dem Engagement des Generalstaatsanwalts? Mit diesen und weiteren Fragen befasst sich unser neuster Beitrag auf geschichte-lernen.net.