Robin Brunold (M. A.)

Internet, TV, Zeitschriften & Radio – Beste Möglichkeiten, Geschichte zu lernen

Viele Menschen interessieren sich für Geschichte. Klassische Medien, wie Radio, Zeitschriften und TV bieten deswegen seit längerer Zeit vielfältige Angebote der Geschichts-Vermittlung. Heute entstehen auch im Internet viele neue Geschichtsportale. In diesem Beitrag gibt Geschichte-Lernen.net einen Überblick über die sich weiter diversifizierende Landschaft der Geschichts-Vermittlung und stellt die besten Möglichkeiten (für Laien) vor, Geschichte zu lernen. Dabei werden Internetportale, Fernsehen, Radio, Zeitschriften und Vereine behandelt.

Die Anfänge des Arbeiter-Urlaubs im Deutschen Kaiserreich – Ein Überblick

Bestrebungen, Arbeitern Urlaub zu ermöglichen, existierten im Deutschen Kaiserreich seit Mitte der 1880er Jahre. Anfangs waren diese Forderungen allerdings nicht von der Arbeiterbewegung ausgegangen, sondern vom linksliberalen Bürgertum. In ausgewählten Betrieben kam so erstmals auch „der kleine Mann“ in den Genuss von Erholungsurlaub. Als ab 1900 der Arbeiterurlaub in einigen Branchen tarifvertragliche Normalität wurde, entwickelten sich verschiedenen Frühformen des Arbeiterurlaubs wie Individualreisen oder Wander- und Vereinsfahrten.

Geliebtes „Teufelszeug“ – Die Anfänge des Kinos & des Films im Deutschen Kaiserreich

Schon bald nach der Erfindung des Films 1872 strömten viele Zuschauer in die Kinos. Der Gang in die „Filmvorführanstalten“ wurde im Deutschen Kaiserreich schnell zum gesellschaftlichen Massenphänomen – genauso wie im Rest Europas. Um die Wende zum 20. Jahrhundert war der Film eines wichtigsten Unterhaltungsmedium geworden, da besonders gut an das beschleunigte Leben der Modernen angepasst. Am Erfolg des Kinos änderte auch der Umstand nichts, dass die konservative Kulturkritik das Kino als „Teufelszeug“ und „geistige Volksvergiftung“ brandmarkte.

Der Touristenverein der Naturfreunde in der Weimarer Republik

Der Touristenverein der Naturfreunde (TVDN) wurde 1895 in Wien gegründet und avancierte in der Weimarer Republik zu einer der bedeutendsten sozialistischen Arbeiter-Kulturorganisationen. Mit seinen kostengünstigen Wanderaktivitäten ermöglichte der Verein, erstmals vielen Arbeitern, eine echte Urlaubsfahrt zu erleben. In der Weimarer Republik wuchsen die Mitgliederzahlen stark an und bis 1928 waren fast 200.000 Arbeiter organisiert. Auch das Spektrum der touristischen Aktivitäten erlebten in der ersten deutschen Republik seine größte Ausdehnung.

Die Lebensreformbewegung und ihre gesellschaftlich-kulturellen Hintergründe

Die Jahrhundertwende um 1900 in Deutschland: Der bahnbrechende technische Fortschritt dieser Zeit bedeutete für das Alltagsleben große Erleichterungen. Bisher tödliche Krankheiten konnten geheilt werden und die Wirtschaft florierte. Andererseits lösten sich traditionelle Weltbilder auf, was für viele Menschen den Wegfall geistiger Sicherheit bedeutete. Ein breites Spektrum an Gegen-Bewegungen entstand. Unter anderem die Lebensreform-Bewegung, die den „Schattenseiten der Moderne“ eine ganzheitliche Reform des Lebensstils entgegensetzte.

Die sozialdemokratische Arbeiterkulturbewegung und der „Neue Mensch“

Die Wurzeln der sozialistischen Arbeiter-Kulturbewegung reichen bis in die Zeit vor den Sozialistengesetzen (1878 – 1890) zurück, als „Arbeiterbildungsvereine“ vor allem durch das Bürgertum und die Kirche gegründet wurden. Nach dem Fall des Gesetzes konnten sich Kulturorganisationen des sozial-demokratischen Milieus freier entfalten. In der Weimarer Republik blühte die Bewegung auch zahlenmäßig auf. Als durch die beabsichtigte Schaffung des „Neuen Menschens“ der Sozialismus vorbereiten sollte, kam zum kulturellen ein politisches Ziel hinzu.

Die Babenberger Fehde – Der Untergang der älteren Babenberger

Anfang des 9. Jahrhunderts betraten die Konradiner erstmals als Akteure die politische Bühne des karolingischen Reichs. Während nur weniger Jahrzehnte verlagerten die Konradiner ihr Einflussgebiet immer näher an die traditionellen Einflusssphären der hochadeligen Familien der Babenberger und Liudolfinger. Ein politischer Konflikt mit reichsweiter Bedeutung entstand und mündete Ende des 9. Jahrhunderts in eine handfeste Adelsfehde zwischen den Familien-Clans. Am Ende gipfelte die Fehde in wüste Schlachten, Mord, Blutrache und Hochverrat.

Geschichte der Anti-Tabak- und Anti-Raucher-Bewegung – Das gescheiterte Rauchverbot

Seit dem 17. Jahrhundert begannen europäische Herrscher vielfach Tabakverbote einzuführen – erst außerhalb, dann auch in den deutschen Staaten. Tabakkonsum wurde dabei mit teilweise drakonischen Strafen belegt. Trotz extremer Bestrafungen, wie der Todesstrafe im Osmanischen Reich, ließ sich die Bevölkerung das Rauchen aber nicht verbieten. Die Verbote wurden aufgehoben und durch hohe Tabaksteuern ersetzt. Die lebensreformerische Anti-Nikotin Bewegung ersetzte ab Mitte des 19. Jhr. den autoritär-restriktiven durch einen pädagogischen Ansatz.

H. Schelsky und die nivellierte Mittelstandsgesellschaft – These, Kritik & Modifizierung

Der wirtschaftliche Aufschwung nach Gründung der Bundesrepublik ließ die Konsum-Möglichkeiten in allen Bereichen des materiellen Lebens schnell und dauerhaft zunehmen – ein zentrales Erlebnis aller Gesellschaftsschichten. Lebensstandard und materieller Wohlstand stiegen spürbar an. Schelsky – ein bedeutender Soziologe der Nachrkriegszeit – leitete daraus die „nivellierte Mittelstandsgesellschaft“ ab, die weitgehende Egalisierung der Gesellschafts-Schichten. Bald sah sich Schelsky massiver Kritik ausgesetzt und musste seine These modifizieren.

Vertrag von Verdun: Aufteilung des Frankenreichs und Geburt des modernen Europas

Als Karl der Große 814 verstarb, trat sein einziger verbliebener, legitimer Sohn, Ludwig der Fromme seine Nachfolge an. Somit konnte das Frankenreich nicht – wie sonst üblich – unter den Söhnen des verstorbenen Königs aufgeteilt werden. Die Reichseinheit bestand erstmals fort. Das sollte allerdings nicht von Dauer sein. Infolge von andauernden Auseinandersetzungen zwischen Ludwigs Söhnen wurde das Reich in vielfältigen Teilungsverträge aufgeteilt. Die bedeutendste Reichsteilung findet sich im Vertrag von Verdun – die Geburtsstunde des modernen Europas.