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Matthias Erzberger: Leben und politisches Wirken mit Dolchstoßlegende

Matthias Erzberger 1919 in der Nationalversammlung von Weimar

Matthias Erzberger ist ein berühmter Name in Geschichtslehrbüchern und historischen Dokumentationen über den ersten Weltkrieg. Meist erfährt man allerdings wenig darüber, wer dieser Mann war, der in den letzten Jahren des deutschen Kaiserreichs und in den ersten Jahren der Weimarer Republik lebte und wirkte. Als Reichsfinanzminister und Verfechter einer gerechten Sozialpolitik lenkte er das deutsche Finanzsystem in eine soziale Richtung. Als leidenschaftlicher Demokrat setzte er sich ein für die Belange seiner Wähler und für die junge Weimarer Republik. Schließlich engagierte er sich für einen Verständigungsfrieden im ersten Weltkrieg, nachdem er seine einstige Kriegsbegeisterung als Irrtum erkannt hatte, und bewies so einen Sinn für zielgerichtete Realpolitik. Ein interessanter Politiker also, der es wert ist, der Öffentlichkeit näher vorgestellt zu werden.



I. Kurzbiografie

1. Erzbergers politischer Aufstieg bis zum Eintritt in den Reichstag

Matthias Erzberger wurde am 20. September 1875 in Buttenhausen im heutigen Baden-Württemberg geboren. Es war ein bescheidenes Dorf, in dem die Geschichte eines würdevollen Mannes begann. Wie jedes andere Kind dort wuchs Erzberger unter kleinen Leuten auf wie Arbeitern, Bauern und Kleinbürgern. Sein Vater war Schneider. Erzberger machte eine Lehre zum Volksschullehrer, beschloss aber mit 20 Jahren, stattdessen in die Politik zu gehen, trat 1895 in die Zentrumspartei ein und wurde zunächst Journalist. Er erhielt eine Stelle bei der katholischen Tageszeitung „Das Deutsche Volksblatt“.
Mit der Veröffentlichung von Schriften, aber auch mit Vorträgen und persönlicher Beratung, setzte er sich dafür ein, die unteren Bevölkerungsschichten in die Gesellschaft zu integrieren.

So verhalf er christlichen Arbeitervereinen und Gewerkschaften zur Gründung oder gründete sie selbst und hielt öffentliche Reden, in denen er die Arbeiterschaft über politisches Geschehen und ihre Rechte informierte. Konkrete Beispiele für das vielfältige Engagement Matthias Erzbergers für Arbeiter, Bauern, Handwerker und andere „kleine Leute“ liefert Christopher Dowe in seinem Aufsatz „Matthias Erzberger als Anwalt der kleinen Leute“.
Im Jahr 1903 kandidierte Erzberger für das Zentrum und wurde mit nur 28 Jahren als damals jüngster Abgeordneter in den Reichstag gewählt. Als Abgeordneter hielt er weiterhin engen Kontakt zu seinem württembergischen Wahlkreis. nach oben ↑

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2. Erster Weltkrieg und Rolle bei den Friedensverhandlungen in Versailles

Im Jahr 1914, am Vorabend des ersten Weltkrieges, herrschte im deutschen Reich eine unbändige Kriegseuphorie. Die deutschen Machthaber sahen Deutschland als zukünftige Weltmacht – ein Krieg, der die Eroberung zahlreicher Länder ermöglichte, kam da gerade recht. Auch innenpolitisch verschaffte er der deutschen Regierung einen Vorteil: Die friedenspolitischen Forderungen der sehr einflussreichen SPD gerieten aufgrund der dringenden Lage in den Hintergrund und Kaiser Wilhelm sprach den sogenannten „Burgfrieden“ aus – innenpolitische Konflikte zwischen einzelnen Parteien wurden zurückgestellt.

Auch Matthias Erzberger schwamm auf der Welle der Kriegsbegeisterung: Er wollte eine deutsche Weltmachtstellung, befürwortete Annexionen und war loyal gegenüber dem deutschen Kaiser. Doch Erzberger hatte spätestens im Jahr 1917 erkannt, dass der Krieg nicht die Ergebnisse liefern würde, die die Deutschen erwarteten. Auch in Anbetracht der schwierigen militärischen Lage änderte er seine Haltung um 180 Grad: Von nun an setzte er sich im Reichstag und in seinen Schriften für einen Verständigungsfrieden ohne Annexionen ein. Dafür war er nun auch bereit, mit seinen ehemaligen Feinden, der SPD, zu kooperieren, und pries das Ideal der Völkergemeinschaft. Doch der Kriegswille der deutschen Führung und auch der anderen Nationen blieb ungebrochen. Sogar im rechten Lager seiner eigenen Partei fand er keine Unterstützung. So ging der Krieg weiter bis November 1918 und Deutschland erlitt eine schwere Niederlage – vollkommen ohne Verständigung.
Deutschland hatte erst kapituliert, als es vollkommen kampfunfähig war. Entsprechend befand es sich bei den Friedensverhandlungen in einer sehr schlechten Position: Die Siegermächte verhandelten untereinander, Deutschland war von den Verhandlungen ausgeschlossen.

Der letzte Reichskanzler des Kaiserreichs, Max von Baden, berief Matthias Erzberger zum Vorsitzenden der Waffenstillstandskommission, als welcher er ab Herbst 1918 zu den Friedensverhandlungen nach Frankreich geschickt wurde. Dort war er mangels Alternativen gezwungen, den Deutschland vorgelegten Friedensvertrag am 28. Juni 1919 kompromisslos zu unterschreiben. nach oben ↑

3. Erzberger als Reichsfinanzminister in der Weimarer Republik

Nachdem Matthias Erzberger, der sich schon von Anbeginn seiner politischen Karriere viel mit finanzpolitischen Themen befasst hatte, am 21. Juni 1919 das Amt des Finanzministers in der frisch gegründeten Weimarer Republik angetreten hatte, erneuerte er das Finanzsystem des deutschen Reichs durch eine umfassende Reform, die zwei Ziele verfolgte: Erstens eine Stabilisierung des neuen, demokratischen Deutschlands und zweitens vor allem eine sozial gerechte Umverteilung der Steuerlast auf die ganze Bevölkerung. Am 12. März 1920 trat er als Finanzminister zurück, nachdem er öffentlich diffamiert worden war. Unter anderem wurde ihm Steuerhinterziehung vorgeworfen, was jedoch nie bewiesen werden konnte. nach oben ↑

4. Probleme mit der Justiz und Ermordung

Portraitaufnahme von Karl Helfferich in Schwarz-Weiß

Hinter dieser öffentlichen Diffamierung Erzbergers stand Karl Helfferich, Mitglied der Partei DNVP und ehemaliger Staatssekretär im Reichsschatzamt und dementsprechend Erzbergers Vorgänger im staatlichen Finanzsektor. Er hatte die Schrift „Fort mit Erzberger!“ verfasst, in welcher er Erzberger eine „unsaubere Vermischung politischer Tätigkeit und eigener Geldinteressen“ (Zitat bei Kolb, S. 39) vorgeworfen hatte. Matthias Erzberger hatte daraufhin Anzeige wegen Beleidigung erstattet, doch Helfferich bekam vom Gericht nicht nur teilweise Recht und wurde lediglich wegen formaler Beleidigung zu einer kaum nennenswerten Geldstrafe verurteilt.

Am 26. Januar 1920 schoss ein Mann namens Oltwig von Hirschfeld aus dem militärischen Milieu zweimal auf Erzberger. Er hatte Helfferichs Schrift „Fort mit Erzberger“ gelesen und diesen Aufruf wörtlich verstanden. Eine Kugel verletzte Erzberger an der Schulter, die andere prallte an seiner Taschenuhr ab. Gerade einmal 18 Monate musste der Täter für diesen versuchten Mord ins Gefängnis – Straftatbestand war damals lediglich eine gefährliche Körperverletzung, zudem hatte das Gericht von Hirschfeld edle Motive zugesprochen.
Am 21. August des Jahres 1921 wurde Matthias Erzberger schließlich von zwei Mitgliedern der rechten Organisation „Consul“ erschossen, als er mit seinem Freund Carl Diez im Schwarzwald spazieren ging.
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II. Politisches Wirken und Bewertung Erzbergers

1. Matthias Erzberger: Sozialer Demokrat, aber Feind der Sozialdemokraten

Matthias Erzberger war ein Politiker, der zu seinen Lebzeiten bei Weitem nicht nur Freunde hatte. Rechte Kreise hassten ihn nach dem ersten Weltkrieg und verunglimpften ihn im Rahmen der Dolchstoßlegende aufs Heftigste. Allerdings hatte Erzberger auch schon lange vorher eine solch umstrittene Art, zu sprechen und Politik zu machen, dass er sich auch die gesamte SPD zu Feinden machte. Sogar in seiner eigenen Partei, dem Zentrum, standen dem Abgeordneten viele Parteigenossen mit Skepsis oder Abneigung gegenüber. Christoph E. Palmers erklärt dies in einer prägnanten Aussage: „Im Gegensatz zu vielen anderen Politikern war er bereit, die Zeichen der Zeit zu erkennen und Kompromisse mit der Wirklichkeit zu schließen. Genau dies wurde ihm als Opportunismus und Verschlagenheit ausgelegt.“ (S. 141). nach oben ↑

1.1. Erzbergers politischer Aufstieg: Konfessionelle Offenheit und Einsatz für das einfache Volk

Als Katholik wuchs Matthias Erzberger in einer Gemeinde auf, die zur Hälfte protestantisch und zur Hälfte jüdisch war, was sicherlich dazu beitrug, dass er später als engagiertes Mitglied der katholischen Zentrumspartei dennoch bereit war, überkonfessionell zu denken – eine Offenheit, die bei weitem nicht jeder religiös geprägte Politiker jener Zeit teilte. Erst nach dem zweiten Weltkrieg gab es mit der CDU die erste überkonfessionelle christliche Partei.
Sein politisches Handeln der ersten Jahre spiegelt die große Bedeutung wieder, die Erzberger der sozialen Gerechtigkeit zuschrieb. Sein Ziel war es, das kleine Volk in die Gesellschaft zu integrieren; dafür setzte er sich auch selbst ein. Auch dann, als er nach Berlin ging und als Abgeordneter in den Reichstag einzog, hielt er engen Kontakt zu seinem württembergischen Wahlkreis und nutzte seine neue Stellung, um gegen soziale Missstände zu kämpfen. Dabei beschäftigte er sich auch mit den Anliegern von Bürgern, die mit Petitionen an den Reichstag herantraten – was unter Politikern nicht selbstverständlich war und sicherlich dazu beitrug, dass viele Reichstagskollegen den jungen Erzberger kritisch betrachteten.

Rudolf Köberle fasst Erzbergers Tätigkeit als Reichstagsabgeordneter kompakt zusammen: „Auch für kleinere Anliegen ist er sich nicht zu schade, der Reichstag ist für ihn der Ort, an dem alles zur Sprache gebracht werden muss. Er läßt (sic!) sich durch Kritik nicht beirren, seine Anliegen immer und immer wieder aufs Neue vorzutragen, gewürzt mit saftigen Beispielen, aber ebenso gestützt auf solide Statistiken. (…) Hier steht für ihn die Gleichberechtigung der Katholiken ganz vorne, die Verpflichtung für das Soziale und sein Selbstbewusstsein als demokratisch gewählter Parlamentarier“ (S. 78).

Durch Erzbergers engagiertes Eintreten für einfache Bevölkerungsgruppen wie die Arbeiter-, Bauern- und Handwerkerschaft mag eine Nähe zur 1863 gegründeten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) vermutet werden, doch in der Realität stand Erzberger den Sozialdemokraten vor allem in seinen ersten aktiven Jahren in der Politik sehr feindlich gegenüber. Erst in späteren Jahren, als der erste Weltkrieg die politische Lage Deutschlands komplett verändert hatte, koalierte er mit den einstigen Feinden.

Uneinigkeit bestand vor allem aufgrund der sozialdemokratischen Ablehnung gegenüber der Religion und aufgrund der unterschiedlichen Ansicht darüber, wie soziale Gerechtigkeit herzustellen sei. Erzbergers Aktionen und Handlungen hatten das Ziel, das kleine Volk maßvoll und mit katholischen Werten in die Gesellschaft zu integrieren. Sozialismus und Revolution waren für ihn extreme Maßnahmen von links, vor denen es das deutsche Kaiserreich zu beschützen galt – ebenso wie vor radikal rechten Strömungen. Er selbst schrieb dazu in seiner Schrift „Das deutsche Zentrum“ im Jahr 1910: „Der Hauptwert des Zentrums […] liegt darin, dass es unser Vaterland vor den plötzlichen parteipolitischen Erschütterungen schützt, dass es für gewisse Stetigkeit in der inneren Politik sorgt und einen Ausgleich zwischen den Extremen der Rechten und der Linken darstellt.“ (zitiert nach Teufel, S. 25). nach oben ↑

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1.2. Erzberger als Reichsfinanzminister in der Weimarer Republik

Neben seiner wichtigen Rolle in den Friedensverhandlungen nach dem ersten Weltkrieg ist es vor allem seine umfassende Finanzreform, für die Matthias Erzberger auch heute noch bekannt ist. Als er der erste Reichsfinanzminister der frisch gegründeten deutschen Republik wurde, stand er vor immens großen Schwierigkeiten, denn die finanzielle Lage Deutschlands war katastrophal: Deutschland musste nicht nur den horrenden Reparationsforderungen der Siegermächte nachkommen, sondern hatte sich wegen seiner Militärausgaben auch extrem hoch verschuldet – 153 Milliarden Mark betrugen die Staatsschulden nach dem Krieg. Dies entsprach der dreißigfachen Höhe der Schulden vor dem Krieg. Gleichzeitig waren wertvolle Steuerquellen, wie Industriegebiete sowie Teile der Handelsflotte und der Eisenbahn, an die Siegermächte verlorengegangen.

Obwohl die Erklärung des Staatsbankrotts die einfachste Möglichkeit gewesen wäre, zumindest die inneren Staatsschulden loszuwerden, kam ein Verlust der deutschen Kreditwürdigkeit für Matthias Erzberger nicht infrage.
Stattdessen stellte er einen komplexen Plan auf, der die Staatsausgaben und -einnahmen in genauer Höhe aus unterschiedlichen Quellen enthielt, und reformierte auf Basis dessen das gesamte Finanzsystem.

Das Reichsfinanzministerium in Berlin im Jahre 1930
Das Reichsfinanzministerium in Berlin im Jahre 1930 | Bundesarchiv, Bild 147-0269 / CC-BY-SA 3.0

Erzberger führte die Reichseinkommenssteuer ein, deren Höhe nach den Einkommensverhältnissen des Einzelnen berechnet wurde – dies war das erste Mal, dass es eine reichsweite sozial gerechte Verteilung der Steuerlast zwischen armen und reichen Bevölkerungsschichten gab. Vorher hatten einzelne Länder und Gemeinden die Höhe der Einkommenssteuer festgelegt, jedoch betrug sie maximal 4 %. Der Großteil der Steuern wurde vor Erzbergers Reform über indirekte Steuern erhoben, deren Prinzip darin besteht, dass sie für jeden Bürger unabhängig von seiner finanziellen Situation exakt gleich hoch sind.
Jede steuerpflichte Person hatte mit Inkrafttreten der Reichseinkommenssteuer einen Steuerfreibetrag in Höhe von 1500 Mark pro Arbeitnehmer und weitere 500 Mark für seine Ehefrau und jedes Kind. Das steuerpflichtige Einkommen wurde mit einem proportionalen Steuertarif zwischen zehn und 60 Prozent belastet.

Da direkte Steuern allein jedoch nicht ausreichten, um die Staatsausgaben zu decken, musste Erzberger auch weiterhin von indirekten Steuern Gebrauch machen. Doch auch diese reformierte er grundlegend und bemühte sich dabei um eine gerechtere Gestaltung. So wurden notwendige Verbrauchsprodukte so gering wie möglich besteuert, während er auf Luxusgüter eine ergänzende Umsatzsteuer in Höhe von 15 Prozent erhob.

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Die zweite große Steuerreform betraf das Verwaltungswesen: Hatten zuvor alle deutschen Länder, teilweise sogar einzelne Gemeinden, ihre eigene Steuerverwaltung mit eigenen Steuersätzen und Praktiken der Steuererhebung, so zentralisierte Erzberger die Verwaltung des Steuerwesens und verlegte sie nach Berlin. So wurde es einflussreichen und vermögenden Steuerpflichtigen unmöglich, die Finanzbeamten in ihrer Region unter Druck zu setzen, ihre wirtschaftlichen Interessen bei der Besteuerung zu berücksichtigen und es galten reichsweit dasselbe Recht und dieselbe Höhe der Steuererhebung – unabhängig vom Wohnort.
Matthias Erzberger kehrte damit auch den Finanzausgleich zwischen dem Reich und den Ländern um: War das Reich vorher abhängig gewesen auf Geldleistungen von den Ländern, den sogenannten Matrikularbeiträgen, so wurden die steuerlichen Einnahmen mit der Zentralisierung der Steuerverwaltung fast vollständig auf das Reich übertragen, das nun die Länder mit Geldmitteln versorgte. nach oben ↑

2. Erzberger als „Erfüllungspolitiker“ in den Friedensverhandlungen nach dem ersten Weltkrieg

2.1. Realpolitik im ersten Weltkrieg: Vom Annexionisten zum Friedenspolitiker

Wie der Großteil der Deutschen – ob Politiker oder Bevölkerung – war auch Matthias Erzberger bis zum Beginn des ersten Weltkrieges voller Kriegseuphorie. Doch spätestens im Jahr 1917 änderte er seine Meinung und wurde zum absoluten Kriegsgegner und Befürworter eines möglichst baldigen Verständigungsfriedens.
An Erzbergers radikaler Kehrtwende wird deutlich, dass er bereit war der Realität ins Auge zu sehen und Ziele, die dieser nicht mehr gerecht wurden, über Bord zu werfen. Als „Saulus der expansiven Kriegsziele und Paulus des Verständigungsfriedens“ (S. 140) betitelt ihn Christoph E. Palmer in diesem Zusammenhang.

Erzberger selbst äußerte sich bezüglich seiner Handlungs- und Meinungsänderung am 30. August 1917: „Was ich vor 2 ½ Jahren gesagt habe, war der damaligen Kriegslage angepaßt (sic!); nur ein politischer Idiot kann im Jahre 1917 das Kriegsziel noch so stecken wie 1914/15.“ (zitiert nach Schnabel, S. 170) Eine Politik, die sich den aktuellen Umständen anpasst: Das macht Matthias Erzberger zu einem idealen Beispiel für einen Realpolitiker, einem „Staatsmann, der sich in seinen Handlungen nur von den vorhandenen Umständen und Bedürfnissen bestimmen lässt“ (Schnabel, S. 165). Genau dies machte ihn jedoch auch sehr angreifbar, denn nicht selten wurden ihm Opportunismus und Prinzipienlosigkeit unterstellt. nach oben ↑

2.2. Matthias Erzberger und der Vertrag von Versailles

Matthias Erzbergers Haltung gegenüber dem Krieg änderte sich deshalb so radikal, weil er die prekäre Situation Deutschlands erkannt hatte. Schuld an dieser war, darüber sind sich Historiker heute weitgehend einig, das Versagen der Obersten Heeresleitung (OHL) unter der Führung Erich Ludendorffs und Paul von Hindenburgs. Diese hatte die Möglichkeiten der deutschen Armee drastisch überschätzt. Doch zog sich die OHL aus der Verantwortung, indem sie die Waffenstillstandsverhandlungen in die Hände der Regierung gab. Dass diese die Verhandlungen auch tatsächlich aufnahm und mit Erzberger dabei einen Demokraten an die Spitze stellte, wird bis heute als fataler Fehler betrachtet – rechtsradikale, nationalistische und militaristische Kräfte hatten so erst die Möglichkeit, die Weimarer Republik schon kurz nach ihrer Gründung zu destabilisieren, indem sie die Legende vom Dolchstoß erdachten.
Paul von Hindenburg persönlich hatte darauf gedrängt, auf jeden Fall den Waffenstillstand zu erreichen, noch bevor die Bedingungen für einen solchen bekannt waren.
Diese fielen schließlich härter aus, als die deutsche Führung befürchtet hatte. Der sogenannte Versailler Vertrag enthielt zahlreiche territoriale Abtretungen, zum Beispiel Elsaß-Lothringen an Frankreich und Posen an Polen. Auch alle deutschen Kolonien wurden an alliierte Staaten verteilt. Insgesamt verlor Deutschland ein Siebtel seines Territoriums, darunter einen großen Teil seiner Kohlen- und Erzvorkommen, sowie ein Zehntel seiner Bevölkerung. Das deutsche Heer wurde auf 100 000 Mann reduziert. Besonders schwerwiegend waren die Reparationsleistungen, die die Siegermächte von Deutschland forderten und die nicht nur aus zahlreichen Sachleistungen bestanden, wie Handelsschiffen, Vieh, Kohle und Maschinen, sondern auch aus einer für das ohnehin total verschuldete Reich kaum stemmbaren Geldzahlung von 269 Milliarden Goldmark. Im Artikel 231 des Versailler Vertrages musste sich Deutschland zur alleinigen Kriegsschuld bekennen – was nicht nur von allen deutschen Parteien strikt zurückgewiesen wurde, sondern auch in der Bevölkerung für große Empörung sorgte.

Da das Deutsche Reich nicht an den Verhandlungen teilnehmen durfte, sondern der Versailler Vertrag ihm ohne Kompromisse auferlegt worden ist, wurde er sowohl unter Politikern, als auch in der breiten Masse als schändlicher „Diktatfrieden“ empfunden. In der hochemotionalen Situation beachtete kaum jemand, dass der Versailler Vertrag Deutschland bestehen ließ und ihm immer noch die Möglichkeit bot, wieder aufzusteigen. Dennoch gelang es Erzberger, die Nationalversammlung davon zu überzeugen, den Versailler Vertrag anzuerkennen. Obwohl er persönlich ihn ebenfalls ablehnte, sah er, dass es keine Alternative zur Annahme der alliierten Forderungen gab. Wäre Deutschland bei einer Ablehnung von den Siegermächten angegriffen und gespalten worden, wäre es diesen Aktionen aufgrund seiner desolaten militärischen Lage vollkommen wehrlos ausgeliefert gewesen.

Versailler Vertrag: Massenkundgebung vor dem Reichstag gegen den "Gewaltfrieden"
Massenkundgebung vor dem Reichstag gegen den von den Deutschen als “Gewaltfrieden” empfundenen Versailler Vertrag.

Eine erstaunliche Paradoxie prägte damals das politische Geschehen: Obwohl es die OHL selbst gewesen war, die darauf bestanden hatte, zu kapitulieren und die Bedingungen der Alliierten anzunehmen und es auch gar keine andere Möglichkeit gegeben hatte, wurden die demokratischen Politiker der neuen deutschen Regierung – allen voran Matthias Erzberger – für den schmachvollen „Diktatfrieden“ verantwortlich gemacht und dafür als „Erfüllungspolitiker“ gehasst – lediglich weil es Erzberger war, der seine Unterschrift unter den Vertrag gesetzt hatte. nach oben ↑

2.3 Die Dolchstoßlegende

Die Dolchstoßlegende konnte nur entstehen und eine dermaßen breite Wirkung entfalten, weil es der OHL – und damit den wahren Schuldigen an der Niederlage Deutschlands – gelungen war, die Verantwortung für ebendiese komplett der neuen demokratischen Regierung zuzuschieben.

Von Paul von Hindenburg durch die Autorität seines Namens vor dem Untersuchungsausschuss der Nationalversammlung gestützt, verbreitete die politische Rechte die Ansicht, „[d]ie Heimat sei der kämpfenden Front in den Rücken gefallen, die politischen Linkskreise seien daher verantwortlich für die militärische Niederlage und den daraus resultierenden drückenden Friedensvertrag“ (Kolb, S. 39).

Denn während das deutsche Militär seine letzten verzweifelten Schlachten kämpfte, ging eine revolutionäre Bewegung durch das Land, die im November 1918 mit einem Aufstand der kriegsmüden Matrosen in Kiel begann und der sich Arbeiter und Soldaten im ganzen Land anschlossen. Auslöser war die Absicht der kaiserlichen Regierung, eine vollkommen aussichtslose Seeschlacht gegen Großbritannien zu kämpfen, um den deutschen Kampfwillen zu demonstrieren – ein Unterfangen, bei dem die Matrosen einfach nur sinnlos geopfert worden wären. Die deutsche Revolution von 1918 führte schließlich nach linksgerichteten Massenprotesten zur Abdankung von Kaiser Wilhelm II. Der MSPD-Politiker Philipp Scheidemann proklamierte am 09. November die Deutsche Republik, was die Geburtsstunde der ersten deutschen Demokratie darstellte.

Karikatur der Dolchstoßlegende.: Philipp Scheidemann erdolcht die deutsche Front von hinten, Matthias Erzberger steht dahinter:.
Philipp Scheidemann erdolcht die deutsche Front von hinten, Matthias Erzberger gibt ihm Rückendeckung: Zeitgenössische Karikatur der Dolchstoßlegende.

Diese Legende von der Front, die von den Revolutionären in der eigenen Heimat heimtückisch von hinten erdolcht worden sei, verschleierte nicht nur geschickt das Versagen der Militärführung, sondern gab den führenden demokratischen Politikern der frisch gegründeten Weimarer Republik und der demokratischen und friedenspolitischen Bewegung auch die gesamte Schuld an der damals gegenwärtigen, elenden Situation in Deutschland. Da die Stimmung im Volk sehr emotional aufgeladen war und viele Menschen den auferlegten Frieden und die damit zusammenhängenden Forderungen als persönliche Schmach empfanden, erreichte die Dolchstoßlegende einen sehr breiten Wirkungsradius und war sicherlich mit ein Grund dafür, dass die Weimarer Republik sich niemals wirklich stabilisieren konnte und die rechte Ideologie nur wenige Jahre später so stark wurde, dass die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kommen konnten. nach oben ↑

3. Matthias Erzberger als Opfer rechter Justiz und Attentate

Nachdem Erzberger den Friedensvertrag unterschrieben und in der Weimarer Republik den Posten des Finanzministers übernommen hatte, wurde er mehrmals zum Opfer rechter Attentäter und Ungerechtigkeiten von Seiten der Justiz. Noch vor dem Mordversuch von Oltwig von Hirschfeld war er am 23. Juni 1919 von Angehörigen der Reichswehr angegriffen worden. Bald darauf hatte es einen Angriff auf das Finanzministerium mittels einer Handgranate gegeben. Sie hatte jenes Zimmer getroffen, welches fälschlicherweise für Erzberges Schlafzimmer gehalten worden ist. Die Strafe für von Hirschfeld, 18 Monate Gefängnis – nicht wegen Mordes, sondern wegen Körperverletzung – und noch dazu die Zuerkennung edler Motive bei seiner Tat, mutet heute geradezu grotesk an, ist aber ein gutes Beispiel für die „politische Justiz“ (Kolb, S. 39) der Weimarer Republik, ebenso wie die Verhandlung „Erzberger gegen Helfferich“. nach oben ↑

3.1. Die „politische Justiz“ in der Weimarer Republik

Zahlreiche Richter waren geprägt von den konservativen Wertvorstellungen der Kaiserzeit, sympathisierten deshalb stark mit der politischen Rechten, während sie die Republik ablehnten, und machten aus dieser Einstellung auch in ihren Urteilen keinen Hehl.
Neben den beiden Erzberger-Prozessen ist eines der bekanntesten Beispiele für die mit rechter Politik sympathisierende Justiz der Prozess gegen Adolf Hitler nach dem Hitler-Putsch im Jahre 1923. Die Anklage gegen Hitler lautete Hochverrat. Er hätte dafür sogar zum Tode verurteilt werden können, mindestens jedoch stand darauf eine Verbannung aus Deutschland nach seiner Haftstrafe. Die Richter jedoch erkannten auch ihm, so wie Oltwig von Hirschfeld beim Attentat auf Erzberger, edle Motive an, lehnten den Vorwurf des Hochverrats deshalb ab und verurteilten Adolf Hitler zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe, aus welcher er schon nach neun Monaten frühzeitig entlassen wurde. nach oben ↑

3.2. Erzbergers Mörder Heinrich Tillessen und Heinrich Schulz

Obwohl sich Erzberger nach seinem Prozess gegen Helfferich, welcher seinen Ruf als sozial gerechter Finanzminister natürlich ruiniert hatte, aus der Politik zurückgezogen hatte, hatte er geplant, wieder zurückzukehren. Vorher jedoch erholte er sich mit seiner Familie im Schwarzwald – fatalerweise ohne polizeilichen Schutz, obgleich er sich der Gefahr, in welcher er sich befand, durchaus bewusst war, wie ein eindrucksvolles Zitat von ihm selbst belegt: „Die Kugel, die mich treffen soll, ist schon gegossen“ (Zitat bei Lutum-Lenger, S. 208).
Die schutzlose Abgeschiedenheit von Erzbergers Urlaub nutzten seine Mörder Heinrich Tillessen und Heinrich Schulz aus, als sie ihn auf einem Spaziergang abpassten und erschossen. Beide Männer waren Mitglieder der politisch rechten Organisation „Consul“ aus München, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, die Republik zu zerstören und eine Diktatur unter rechter Führung zu errichten. Die Tat wurde von der Organisation geplant und organisiert, Schulz und Tillessen wurden als ausführende Kräfte ausgelost.

Der Mord an Erzberger war also politisch motiviert. Schließlich war er nicht nur ein engagierter Demokrat gewesen und hatte versucht, die Republik als Mitglied der Weimarer Koalition – bestehend aus seiner Zentrumspartei, der SPD und der linksliberalen Partei DDP (Deutsche Demokratische Partei) – auf einen stabilen Kurs zu leiten, sondern hatte den Friedensvertrag unterzeichnet und sich damit zum obersten Feind der rechten Kräfte gemacht.
Beide Täter flohen nach dem Mord ins Ausland und kehrten erst nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten nach Deutschland zurück. Während der gesamten nationalsozialistischen Diktaturphase wurden Tillessen und Schulz für ihre Straftat nicht belangt – sie fiel unter die am 21. März 1933 erlassene Amnestieverordnung und galt als „Straftat(…), die im Kampfe für die nationale Erhebung des Deutschen Volkes“ (zitiert nach Pflieger, S. 119) begangen worden war. Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurden die beiden Mörder zur Rechenschaft gezogen. Tillessen kam wegen Mordes für 15 Jahre ins Gefängnis, Schulz wegen Totschlags für 12 Jahre. Beiden wurde zusätzlich ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Der Grund für die unterschiedlichen Straftatbestände „Mord“ und „Totschlag“ liegt darin, dass die Täter vor verschiedenen Landgerichten standen. Während das Gericht in Konstanz in der Tat eine Heimtücke, also ein eindeutiges Mordmerkmal, erkannt hatte, war das Gericht in Offenburg der Meinung, Erzberger hätte mit einem erneuten Attentat rechnen können und wies das Merkmal Heimtücke ab. Beide Täter wurden 1958 frühzeitig aus ihrer Haft entlassen: Tillessen nach 6,5 Jahren und Schulz nach 4 Jahren Gefängnis. Während Schulz daraufhin verschwand, ist über Tillessen bekannt, dass er am 12. November 1984 im Alter von 89 Jahren und nach einem zurückgezogenen Leben verstarb. Seine Tat hatte er öffentlich bereut: „Ich bereue die Tat nicht nur, weil sie mein Leben zerstört hat, sondern in erster Linie deshalb, weil mein Gewissen mir sagt, daß (sic!) kein Mensch das Recht hat, …einem anderen Menschen das Leben zu nehmen, mögen seine Beweggründe noch so ideeller Natur sein.“ (zitiert nach Pflieger, S. 128). nach oben ↑

Fazit: Anerkennung von Erzbergers Handeln auf sozialpolitischer, demokratischer und realpolitischer Ebene

50 Pfenig Briefmarke mit Matthias Enzensberger Portrait
50 Pfenig Briefmarke zu Ehren Matthias Enzensberger in der Bundesrepublik

Während der Zeit der Weimarer Republik und der nationalsozialistischen Diktatur wurde Erzberger auch nach seinem Tod verunglimpft. In Lexika der 1930er Jahre wurde er definiert als Mitverantwortlicher für die Niederlage im ersten Weltkrieg. Als der überzeugte Nationalsozialist Alfred Rosenberg im Jahr 1927 eine Hetzschrift mit dem Titel „Novemberköpfe“ publizierte, befand sich Erzbergers Foto auf dem Deckblatt. Rosenberg bezeichnete ihn als den „ersten Befürworter des Dolchstoßes“ (zitiert nach Palmer/Schnabel, S. 13).

Erst Jahre nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland begann allmählich eine differenziertere Auseinandersetzung mit Matthias Erzberger. Im Jahr 1959 erschien die Biografie „Matthias Erzberger and the dilemma of German democracy“ von Klaus Epstein, die drei Jahre später auch ins Deutsche übersetzt worden ist. Auch der für diesen Artikel sehr ausgiebig verwendete Sammelband „Matthias Erzberger. 1875 – 1921. Patriot und Visionär“, herausgegeben von Christoph E. Palmer und Thomas Schnabel im Jahr 2007, ist ein gutes Beispiel für eine gründliche, aber nach wie vor eher seltene Auseinandersetzung mit Matthias Erzberger.

Dabei zeigt Erzberger viele Eigenschaften, die auch heutigen deutsche Politikern, die in einem demokratischen Sozialstaat agieren, als Orientierung dienen könenn: Zum einen sein Eintreten für soziale Gerechtigkeit und demokratische Werte, sei es durch sein Engagement für die Belange seiner Wähler während der Zeit als Reichstagsabgeordneter oder seine Finanzpolitik als Finanzminister der Weimarer Republik. Zum anderen seine Bereitschaft, sein politisches Handeln den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Sein Meinungswandel bezüglich des ersten Weltkrieges und den damit einhergehenden Einsatz für einen Verständigungsfrieden ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel, ebenso wie der Friedensschluss mit den alten Feinden der SPD im Rahmen der Weimarer Koalition um der Republik Willen.

Titelbild: Bundesarchiv, Bild 146-1989-072-16 / Kerbs, Diethart / CC-BY-SA 3.0

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Literatur und Auswahlbibliographie
  • Dowe, Christopher: Matthias Erzberger als Anwalt der kleinen Leute. In: Palmer, Christoph E. / Schnabel, Thomas (Hrsg.): Matthias Erzberger. 1875 – 1921. Patriot und Visionär. 2007
  • Kirchhof, Paul: Matthias Erzberger, seine Bedeutung als Finanzreformer für unsere Gegenwart. In: Palmer, Christoph E. / Schnabel, Thomas (Hrsg.): Matthias Erzberger. 1875 – 1921. Patriot und Visionär. 2007
  • Köberle, Rudolf: Matthias Erzberger – im Reichstag für Oberschwaben. In: Palmer, Christoph E. / Schnabel, Thomas (Hrsg.): Matthias Erzberger. 1875 – 1921. Patriot und Visionär. 2007
  • Kolb, Eberhard: Die Weimarer Republik. Reihe: Oldenbourg Grundrisse der Geschichte. Band 16. 2009.
  • Lutum-Lenger, Paula: Matthias Erzberger „ein Märtyrer für die Sache der deutschen Republik“. Die Erinnerungsstätte in Münsingen-Buttenhausen. In: Palmer, Christoph E. / Schnabel, Thomas (Hrsg.): Matthias Erzberger. 1875 – 1921. Patriot und Visionär. 2007
  • Palmer, Christoph E. /Schnabel, Thomas (Hrsg.): Matthias Erzberger. 1895 – 1921. Patriot und Visionär
  • Palmer, Christopher E.: Matthias Erzberger – ein Politiker neuen Typs. In: Palmer, Christoph E. / Schnabel, Thomas (Hrsg.): Matthias Erzberger. 1875 – 1921. Patriot und Visionär. 2007
  • Pflieger, Klaus: Matthias Erzberger als Opfer politischer Gegner. In: Palmer, Christoph E. /
  • Schnabel, Thomas (Hrsg.): Matthias Erzberger. 1875 – 1921. Patriot und Visionär. 2007
  • Schnabel, Thomas: Matthias Erzberger als Realpolitiker. In: Palmer, Christoph E. /Schnabel, Thomas (Hrsg.): Matthias Erzberger. 1875 – 1921. Patriot und Visionär. 2007
  • Teufel, Erwin: Matthias Erzberger – der „erste Christdemokrat“. In: Palmer, Christoph E. / Schnabel, Thomas (Hrsg.): Matthias Erzberger. 1875 – 1921. Patriot und Visionär. 2007
  • Werner, Johannes: Geschichte 1. Vom 19. Jahrhundert bis zum Ende des Nationalsozialismus. Reihe. Abitur-Training Geschichte. 2008
  • Burkhard Asmuss:  https://www.dhm.de/lemo/kapitel/kaiserreich/innenpolitik/zentrum.html (Datum der letzten Einsichtsnahme: 1. Juni 2016)