Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland beschäftigt sich mit Westdeutschland von 1949 bis zur deutschen Wiedervereinigung (1990). Die westliche Bundesrepublik Deutschland war zu dieser Zeit der kapitalistische Gegenpol zur sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik im Osten Deutschlands. Die Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland war das Inkrafttreten des Grundgesetzes, mit der „Ära Adenauer“ ging der erste deutsche Bundeskanzler in die Geschichte ein und das sogenannte „Wirtschaftswunder“ in den 1950er Jahren brachte Wohlstand über ganz Deutschland. Mit diesen und weiteren Themen rund um die Bundesrepublik beschäftigen sich die folgenden Beiträge.

H. Schelsky und die nivellierte Mittelstandsgesellschaft – These, Kritik & Modifizierung

Der wirtschaftliche Aufschwung nach Gründung der Bundesrepublik ließ die Konsum-Möglichkeiten in allen Bereichen des materiellen Lebens schnell und dauerhaft zunehmen – ein zentrales Erlebnis aller Gesellschaftsschichten. Lebensstandard und materieller Wohlstand stiegen spürbar an. Schelsky – ein bedeutender Soziologe der Nachrkriegszeit – leitete daraus die “nivellierte Mittelstandsgesellschaft” ab, die weitgehende Egalisierung der Gesellschafts-Schichten. Bald sah sich Schelsky massiver Kritik ausgesetzt und musste seine These modifizieren.

Das Grundgesetz – Die Geschichte der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland

Im Sommer 1948 arbeite der „Verfassungs- Konvent“ von Herrenchiemsee die Grundlagen der neuen Verfassung für die Bundesrepublik Deutschland aus: Das Grundgesetz. Die Namensgebung „Grundgesetz” sollte den provisorische Charakter bis zu einer Wiedervereinigung betonen. Der Parlamentarische Rat – (provisorisches Parlament der westlichen Besatzungszonen) – verabschiedet die Verfassung im Mai 1949. Das Grundgesetz sollte die Fehler der Weimarer Verfassung nicht wiederholen und die Grundlagen für politische Stabilität legen.

Die Soziale Marktwirtschaft – Ludwig Erhard und das “Wirtschaftswunder”

Der Begriff der sozialen Marktwirtschaft und der Name Ludwig Erhard sind den meisten Interessierten an der jüngeren Deutschen Geschichte vertraut. Nachdem der Einfluss Ludwig Erhards – mit Unterstützung von Konrad Adenauer und den Westalliierten – eine marktwirtschaftliche Ordnung durchgesetzt hatte, legte der Erfolg der sozialen Marktwirtschaft nach dem Krieg die Grundlagen für den Wiederaufstieg der Bundesrepublik Deutschland in die Gemeinschaft der führenden Wirtschaftsnationen und die stabile Entwicklung des politischen Systems in Deutschland.

Eine digitale Abbildung der Standard Nato Flagge
Deutschlands Weg in die Nato – Gescheiterte EVG, Deutschland- und Pariser Verträge

1950 brach der Korea-Krieg aus als nordkoreanische Truppen den südlichen Bruderstaat überfielen. Westliche Verteidigungsexperten stellten fest, dass auch Westeuropa Anfang der 50er Jahre in nur wenigen Wochen von der UdSSR überrannt würde, sollte der Kalte Krieg eskalieren. So stellte sich den Westalliierten die Frage einer deutschen Wiederbewaffnung immer dringlicher. Verschiedene Optionen waren dabei im Gespräch. Als die Idee einer europäischen Verteidigungsgemeinschaft scheiterte, trat Deutschland schließlich 1955 der Nato bei.

Die Sozialpolitik der Ära Adenauer – Als der Wiederaufbau begann

Am Beginn der Ära Adenauer stand die Sozialpolitik der Bundesrepublik vor größten Herausforderungen: Der Wiederaufbau des teils fast gänzlich zerstörten Deutschlands. Aber auch die Versorgung der Kriegsopfer, Hinterbliebenen, Flüchtlinge und Alten stellte sich den Sozialpolitikern als wahre „Mammutaufgabe“. Neben dem Aufschwung durch das Wirtschaftswunder halfen eine Reihe von sozialpolitischen Maßnahmen die drängenden sozial-politischen Probleme in den Griff zu bekommen. Lesen Sie eine Übersicht über die wichtigsten Entwicklungen.

Der Umgang mit der NS-Vergangenheit in der Ära Adenauer

Nach dem Krieg stellten die Alliierten und allen voran die amerikanische Besatzungsbehörde im Zuge ihrer sog. „Denazifizierungspolitik” zunächst hohe Ansprüche an die „Säuberung” aller gesellschaftlichen Bereiche von Einflüssen des Nationalsozialismus. Angesichts des Ost-West Konflikts weichten diese Bemühungen allerdings bald auf. Im Zuge der sog. „Integrationspolitik” der frühen 1950er Jahre wurden dann sogar hochgradig Belastete wieder eingegliedert. Ein Beispiel ist der frühere Referent der Wehrmacht, dann Vertriebenenminister, Theodor Oberländer.

Die These der totalen Selbstaufgabe – Gab es 1945 in Deutschland eine Stunde Null?

Ausgewählter Beitrag: Die These der „Stunde Null“ ist vor allem in der frühen Ära Adenauer viel diskutiert worden. Befürworter argumentieren, dass nach 1945 die totale Selbstaufgabe aller althergebrachten deutschen Werte statt gefunden habe. Bis heute wird eine mögliche “Stunde Null” kontrovers behandelt: Aber verlor Deutschland wirklich jegliche Selbstbestimmung unter der alliierten Militärbesatzung? “Verfielen alle deutschen Werte” nach der totalen Niederlage Nazi-Deutschlands, als die Wehrmacht bedingungslos kapituliert hatte?

Spiegel-Affäre 1962 – Ein Polikskandal verändert Deutschlands Zivilgesellschaft

1962 hielt die „Spiegel-Affäre” Deutschlands kritische Öffentlichkeit für Wochen in Atem. Die Affäre kann dabei als Zäsur in der politischen Geschichte der Bundesrepublik bezeichnet werden. Sie ist ein deutliches Indiz, für ein verändertes Verhältnis der Öffentlichkeit zur Demokratie. Die Zivilgesellschaft wurde selbstbewusster, weniger obrigkeitshörig und kritischer. Doch wie war es dazu gekommen? Lesen Sie auf Geschichte-Lernen.net über die Vorgänge, Vorgeschichte und Hintergründe der Affäre, die in einer Rücktrittswelle von Politikern enden sollte.